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Bodenmonitoring

Grundlagen

Seit Urzeiten greift der Mensch in die Stoffkreisläufe der Waldökosysteme ein. Neben den Beeinträchtigungen durch Schwankungen der natürlichen Umweltfaktoren (z.B. veränderte Witterungsparameter von Niederschlag, Sonneneinstrahlung, Frost etc.) werden so erhebliche Stoffbelastungen induziert.

Schema: Beziehungsgefüge in Waldökosystemen

Schema: Beziehungsgefüge in Waldökosystemen

Ursachen dafür können waldbauliche Maßnahmen wie Durchforstungen und Holzernte sein. In der jüngeren Vergangenheit sind es aber insbesondere die Fremd- bzw. Schadstoffeinträge, die zu unnatürlich hohen direkten und indirekten Belastungen der Waldökosysteme geführt haben. Besonders bodenchemischen Veränderungen und die aus einer fortgeschrittenen Bodenversauerung resultierenden Gefährdungen für das Pflanzenwachstum bedrohen die Vitalität und Stabilität der Wälder bzw. der Waldökosysteme. Sie stellen somit auch eine Gefahr für nachgeschaltete Ökosysteme (z.B. Gewässerökosysteme) dar.

Funktionen des Bodenmonitorings

Schwerpunkt des Bodenmonitorings ist es demnach, die stoffliche Belastung und ihre Konsequenzen für Waldökosysteme im Rahmen eines forstlichen Umweltmonitorings zu dokumentieren und anschließend mit wissenschaftlichen Analyseverfahren zu bewerten und entsprechende Handlungsempfehlungen abzuleiten.

Methodik und Grundlagen des Bodenmonitorings

Es wird ein mehrstufiges Monitoringprogramm durchgeführt, um sowohl die aus direkten Umweltveränderungen resultierenden Stoffbelastungen als auch die langfristigen Folge- und Wechselwirkungen in den Waldökosystemen zu erfassen. Das Monitoring besteht hauptsächlich aus der periodischen Bodenzustandserhebung (BZE = Level I der EU) auf den forstlichen Dauerbeobachtungsflächen bzw. Stoffbilanzstationen (DBF = Level II der EU). Die Methoden sind von der Probenahme (siehe BZE-Bericht) bis zur Analytik aufeinander abgestimmt und in die internationalen Level-I/II-Programme integriert. Die Untersuchungen werden thematisch durch Drittmittel-Projekte oder vergleichende Untersuchungen an altem Probenmaterial (z.B. »ALTWEISERprogramm«) ergänzt.

Das forstliche Umweltmonitoring ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Umweltkontrolle und liefert kontinuierlich Informationen über Fortschritte und Defizite der Umweltpolitik bezüglich der Stoffbelastung von Waldökosystemen. Andererseits stellt es die unerlässliche Grundlage bei der Planung von präventiven Maßnahmen zur Verhinderung einer weiteren Bodenversauerung (z.B. Bodenschutzkalkung) dar und dient der Planung von Methoden zur Melioration gefährdeter Waldstandorte.

Die chemischen Analysen erfolgen nach international kontrollierten Methoden im eigenen Labor. Für die zeitnahe Datenauswertung sowie die Qualitätssicherung bei der Datenerhebung wird mit vergleichbaren Einrichtungen anderer Länder zusammengearbeitet.

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Bild: Bild: Thematische Illustration: Lebensraum Wald

Kontakt

Dr. Henning Andreae

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