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Bodenschutzkalkung

Waldböden nehmen mit ihrer Filter-, Puffer- und Speicherfunktion im Naturhaushalt eine zentrale Stellung ein. Nur ein gesunder Waldboden garantiert vitale, stabile Waldökosysteme sowie sauberes Wasser. Die Ergebnisse der Bodenzustandserhebungen 1992 bis 1997 in den sächsischen Wäldern an über 280 Erhebungspunkten zeigten, dass die Waldböden auf großer Fläche tiefreichend versauert waren. Die kontinuierlichen Stoffeintragsuntersuchungen an 8 Forstlichen Dauerbeobachtungsflächen (DBF) belegen trotz starker Reduktion der Schwefelbelastung seit Mitte der 1990er Jahre eine nahezu unverändert bestehende Säurebelastung durch Stickstoffkomponenten. Die Böden zeigen nach Ergebnissen der Bodenzustandserhebungen 2006 bis 2012 nur eine geringe Tendenz zur Erholung.

Daher benennt die Waldstrategie 2050 des Freistaats Sachsen die Fortführung der Bodenschutzkalkungen in allen Waldeigentumsarten im fachlich erforderlichen Umfang als eine wesentliche Voraussetzung für die Stabilisierung des Naturhaushaltes und einen erfolgreichen Waldumbau. Als fachliche Planungsgrundlage dienen u.a. die Ergebnisse des flächendeckenden Monitorings aktueller ökochemischer Rahmenbedingungen, Informationen der Forstlichen Standortskartierung und die flächengetreuen Dokumentationen der seit 1986 erfolgten Kalkungen. So ist die Bodenschutzkalkung neben der Verminderung waldschädigender Emissionen ein wirkungsvolles Instrument, um insbesondere die eingetretenen Schädigungen des Schutzgutes Boden zu beheben und auch für die nachfolgenden Generationen die Multifunktionalität der Waldökosysteme zu sichern. Unterstützt wird dies durch den langfristigen Umbau von Fichtendominierten Forsten in standortsgemäße, vielschichtige Mischwälder.

Von 1986 bis 2016 wurden in Summe 380.022 Hektar Wald gekalkt. Seit 2007 wurde die Maßnahme auf 88.955 Hektar durch das ELER-Programm der Europäischen Union mit rund 20 Millionen Euro kofinanziert.

Im Förderzeitraum 2014-2020 stehen 14,5 Mio. € zur Verfügung um ca. 56.000 ha von Bodenversauerung betroffene Wälder aller Waldbesitzarten zu kalken.

Bodenschutzkalkungen erfolgen mit Naturkalken nach fachlich fundierter standörtlicher Planung unter Beachtung flächenkonkreter Waldfunktionen und Bestockungsverhältnisse und ständiger Kontrolle durch die zuständigen Forstbehörden.

Kalkungsplanung am Computer mit FGISonline

Kalkungsplanung mit FGISonline (Forstbezirk Plauen)

Der "Leitfaden Forstliche Bodenschutzkalkung in Sachsen" (LAF-Schriftenreihe Heft 21/2000) bildet das fachliche Gerüst, das unter Einbeziehung aktueller Ergebnisse des forstlichen Umweltmonitorings und verfahrenstechnischer Entwicklungen gewährleistet, dass die Ziele der Kalkung erreicht, aber unerwünschte ökologische Wirkungen vermieden bzw. minimiert werden.

Ziele der Bodenschutzkalkung

  • Kompensation der Säurealtlasten des Bodens,
  • Kompensation aktueller Säureeinträge,
  • Verbesserung der Lebensbedingungen für Bodenlebewesen und Baumwurzeln,
  • Verbesserung der Erdalkali-Ernährung,
  • Verbesserung der Vitalität der Waldbestände,
  • Förderung der Entwicklung von Mineralboden-Humusformen,
  • Verbesserung des Schutzes von Quell- und Grundwasser vor Schwermetall-, Aluminium- und Säureeinträgen