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Ergebnisse der Waldbiotopkartierung

Die Ergebnisse bilden den Stand nach Abschluss des zweiten Durchgangs der Waldbiotopkartierung (WBK2; 2006 - 2016) ab.
Der geschützte Biotoptyp „Höhlenreicher Einzelbaum“ wurde in der Ergebnisauswertung nicht berücksichtigt, da für diesen nur das Vorhandensein innerhalb anderer Biotope erfasst wurde.

Die nachfolgenden zwei Abbildungen geben eine Übersicht über die erfassten Biotoptypen in Flächen- und Linienbiotopen. Ökologisch ähnliche Biotoptypen wurden zu Gruppen zusammengefasst.

 

Kreisdiagramm mit den erfasste Biotoptypgruppen in Flächenbiotopen

Abbildung 1: Erfasste Biotoptypgruppen in Flächenbiotopen (Anteil an der Gesamtfläche)

Kreisdiagramm mit den erfassten Biotoptypgruppen in Linienbiotopen

Abbildung 2: Erfasste Biotoptypgruppen in Linienbiotopen (Anteil an der Gesamtlänge)

Die zehn Biotoptypen mit der größten Anteilfläche

Flächenbiotope

 

Biotoptyp-Untergruppen Anteilfläche in [ha]
Bodensaure Buchen(misch)wälder 12.638
Naturnahe Fichtenwälder 11.971
Eichen-Hainbuchenwälder 9.804
Auwälder 3.370
Strukturreiche Waldbestände 3.147
Gehölzbestände und Gebüsche (außerhalb des Waldes) 2.796
Bruch- und Sumpfwälder 1.982
Bodensaure Eichen(misch)wälder 1.949
Heiden und Magerrasen 1.289
Offene Felsbildungen und Geröllhalden 1.276

Aktuell sind etwa 11 % der Waldfläche Sachsens als Waldbiotop erfasst. Die größte Anteilfläche haben bodensaure Buchen(misch)wälder. Buchenwaldgesellschaften nehmen in der potentiellen natürlichen Vegetation der Kulturlandschaft eine dominierende Stellung ein. Doch ein Blick auf die aktuelle Baumartenverteilung in Sachsen zeigt, dass der Anteil der Hauptbaumart Rotbuche derzeit nur 3,4 % beträgt. In der Vergangenheit haben intensive Holznutzung (z. B. Holzkohleherstellung), historische Waldnutzungsformen und eine einseitige Baumartenwahl (Fichte!) die Buche verdrängt. Zusammenhängende Buchen(misch)wälder sind heute selten und haben einen hohen landschaftsökologischen Wert.

Dagegen sind die charakteristischen Fichtenwälder des Berglandes häufig und auch großflächig vertreten. In den Kamm- und Hochlagen erfüllen naturnahe Fichtenwälder eine wichtige Funktion für den Boden- und Wasserschutz. Darüber hinaus sind sie wertvolle Habitate für spezifische Pilz- und Flechtenarten sowie zahlreiche Tierarten. So ist beispielsweise der Sperlingskauz, die kleinste europäische Eulenart, in strukturierten Fichtenwäldern beheimatet und auf alte höhlenreiche Baumbestände angewiesen.

 

 

Ein Sperlingskauz sitzt auf einem Ast.

Sperlingskauz (Foto: Thomas Krumenacker)

Linienbiotope

Biotoptyp-Untergruppen Gesamtlänge in km
Naturnahe Fließgewässer 3.408
Offene Felsbildungen und Geröllhalden 458
Auwälder 185
Gesteins- und Rohbodenbiotope 92
Gehölzbestände und Gebüsche (außerhalb des Waldes) 75
Naturnahe Stillgewässer (inkl. Verlandungsbereiche) 36
Heiden und Magerrasen 24
Moore und Sümpfe 20
Staudenfluren und Säume 18
Strukturreiche Waldbestände 18

Bäche und Flüsse erstrecken sich bis in die entferntesten Winkel unserer Landschaft. Sie besitzen sowohl für den Wasserhaushalt als auch für die Vernetzung unserer Landschaft einen hohen Stellenwert im Naturhaushalt. Schon immer waren die Wasserwege wichtige Ausbreitungs- und Wanderkorridore für Tiere und Pflanzen.
Fließgewässer und ihre begleitenden Ufersäume aus Staudenfluren bzw. Auwäldern bilden eine Einheit, einen Biotopkomplex aus eng verzahnten Lebensräumen. Daraus resultiert eine hohe Vielfalt an spezialisierten Arten im und am Gewässer.

Offene Felsbildungen und Geröllhalden sind häufige linienhafte Biotoptypen im Gebirge bzw. in Hanglagen und wurden mit einer Gesamtlänge von 458 km kartiert. Die typische Felsvegetation ist meist spärlich und besteht aus Moosen, Flechten und Farnarten.   

 

Felsvegetation

Felsen werden oft nur von Kryptogamen besiedelt (Foto: A. Beck)

In den hohen Felswänden der Sächsischen Schweiz befinden sich Nistgebiete einiger charakteristischer Vogelarten wie Wanderfalke, Turmfalke, Kolkrabe und Uhu. Darüber hinaus ist der Gartenschläfer zu nennen, dessen Vorkommen eng an diese Felshabitate gebunden ist.

Gesetzlich geschützte Biotope nach § 30 BNatSchG einschließlich § 21 SächsNatSchG

Die Erfassung geschützter Biotope ist eine wichtige Aufgabe der Waldbiotopkartierung. Die Daten werden den Naturschutzbehörden zur Verfügung gestellt und bilden die Grundlage für Planungs- und Genehmigungsverfahren. Bauvorhaben oder andere Handlungen, die eine erhebliche Beeinträchtigung eines Biotops nach sich ziehen, bedürfen einer Genehmigung und die Schäden müssen ausgeglichen werden.
Einen Überblick über die im Rahmen der Waldbiotopkartierung erfassten, gesetzlich geschützten Biotope gibt die nachfolgende Tabelle.

Biotoptyp Fläche [ha] Linie [km]
Wälder 7997  227 
Bruchwälder  776  0,3 
Moorwälder 587 0,6
Sumpfwälder 1415 2
Auwälder 3369 185
Schlucht-, Blockhalden- und Hangschuttwälder 847 15
Gebüsche und naturnahe Wälder trockenwarmer Standorte 64 5
höhlenreiche Altholzinseln 983 49
Gewässer  1265  3208 
Quellbereiche  17  11 
natürliche und naturnahe Bereiche fließender Binnengewässer einschließlich der Ufer und Überschwemmungsbereiche  129  3176 
Altarme fließender Gewässer  18  16 
natürliche und naturnahe Bereiche stehender Binnengewässer einschließlich der Verlandungsbereiche  1101 
Gehölzfreie terrestrische und semiterrestrische Biotoptypen  2544  67 
Moore  140 
Sümpfe  252  25 
Röhrichte  203  13 
seggen- und binsenreiche Nasswiesen  357 
magere Frisch- und Bergwiesen 311 1
Wacholder-, Ginster- und Zwergstrauchheiden 1167 13
Trocken- und Halbtrockenrasen 88 10
Borstgrasrasen 24 1,2
Schwermetallrasen 
Fels-, Gesteins- und Rohbodenbiotope 1421  548 
offene Felsbildungen  1229  453 
offene natürliche Block-, Schutt- und Geröllhalden  46 
Serpentinitfelsfluren  0,9  0,4 
Stollen früherer Bergwerke 0,8  0,1 
offene Binnendünen 129  0,2 
Löß- und Lehmwände  0,1 
Hohlwege  10 
Steinrücken  58 
Trockenmauern  22 
Gehölzbestände außerhalb des Waldes  7  0 
Streuobstwiesen