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Ergebnisse der Waldbiotopkartierung

Die Ergebnisse der Waldbiotopkartierung (Stand Mai 2013) bilden den Arbeitsstand der laufenden Aktualisierung ab und setzen sich daher aus Altdaten und bereits aktualisierten Daten zusammen.
Der Biotoptyp „Höhlenreicher Einzelbaum“ wurde in der Ergebnisauswertung nicht berücksichtigt, da dieser aktuell ohne eigenen Flächenanteil erfasst wird.

Die nachfolgenden zwei Abbildungen geben eine Übersicht über die erfassten Biotoptypen in Flächen- und Linienbiotopen. Ökologisch ähnliche Biotoptypen wurden zu Gruppen zusammengefasst.

 

Kreisdiagramm mit den erfasste Biotoptypgruppen in Flächenbiotopen

Abbildung 1: Erfasste Biotoptypgruppen in Flächenbiotopen

Kreisdiagramm mit den erfassten Biotoptypgruppen in Linienbiotopen

Abbildung 2: Erfasste Biotoptypgruppen in Linienbiotopen

Die zehn Biotoptypen mit der größten Anteilfläche

Flächenbiotope

Biotoptypen (einschließlich Untertypen) Anteilfläche in [ha]
Bodensaurer Buchen(misch)wald 12.482
Naturnaher Fichtenwald 10.851
Eichen- Hainbuchenwald 7.786
Strukturreicher Waldbestand 2.687
Gehölzbestände und Gebüsche außerhalb des Waldes 2.543
Erlen-Eschenwald der Auen und Quellbereiche 1.769
Bodensaurer Eichen(misch)wald 1.755
Offene Felsbildungen und Geröllhalden 1.321
Heiden und Magerrasen 1.257
Hartholz-Auwald (Eichen-Eschen-Ulmen-Auwald) 1.142

Aktuell sind etwa 10% der Waldfläche Sachsens als Waldbiotop erfasst. Die größte Anteilfläche haben bodensaure Buchen(misch)wälder. Buchenwaldgesellschaften nehmen in der potentiellen natürlichen Vegetation der Kulturlandschaft eine dominierende Stellung ein. Doch ein Blick auf die aktuelle Baumartenverteilung in Sachsen zeigt, dass der Anteil der Hauptbaumart Rotbuche derzeit nur 3,4% beträgt. In der Vergangenheit haben intensive Holznutzung (z.B. Holzkohleherstellung), historische Waldnutzungsformen und eine einseitige Baumartenwahl (Fichte!) die Buche verdrängt. Zusammenhängende Buchen(misch)wälder sind heute selten und haben einen hohen landschaftsökologischen Wert.

Dagegen sind die charakteristischen Fichtenwälder des Berglandes häufig und auch großflächig vertreten. In den Kamm- und Hochlagen erfüllen naturnahe Fichtenwälder eine wichtige Funktion für den Boden- und Wasserschutz. Darüber hinaus sind sie wertvolle Habitate für spezifische Pilz- und Flechtenarten sowie zahlreiche Tierarten. So ist beispielsweise der Sperlingskauz, die kleinste europäische Eulenart, in strukturierten Fichtenwäldern beheimatet und auf alte höhlenreiche Baumbestände angewiesen.

 

Ein Sperlingskauz sitzt auf einem Ast.

Sperlingskauz (Foto: Thomas Krumenacker)

Linienbiotope

Biotoptypen (einschließlich Untertypen) Gesamtlänge in km
Fließgewässer 2.932
Offene Felsbildungen und Geröllhalden 433
Erlen-Eschenwald der Auen und Quellbereiche 293
Quellen 118
Gehölzbestände und Gebüsche (außerhalb des Waldes) 95
Staudenfluren und Säume 94
Moore und Sümpfe 88
Stillgewässer 67
Verlandungsbereiche 52
Naturnaher Kiefernwald 43

Bäche und Flüsse erstrecken sich bis in die entferntesten Winkel unserer Landschaft. Sie besitzen sowohl für den Wasserhaushalt als auch für die Vernetzung unserer Landschaft einen hohen Stellenwert im Naturhaushalt. Schon immer waren die Wasserwege wichtige Ausbreitungs- und Wanderkorridore für Tiere und Pflanzen.
Fließgewässer und ihre begleitenden Ufersäume aus Staudenfluren bzw. Auwäldern bilden eine Einheit, einen Biotopkomplex aus eng verzahnten Lebensräumen. Daraus resultiert eine hohe Vielfalt an spezialisierten Arten im und am Gewässer.
Quellen sind Bestandteil des Fließgewässersystems, besitzen aber aufgrund ihrer starken Grundwasserprägung sehr spezifische Lebensbedingungen. Sie stellen einen eigenständigen Biotoptyp dar. Ein Großteil der hier vorkommenden hochspezialisierten Tier und Pflanzenarten ist gefährdet.

Offene Felsbildungen und Geröllhalden sind häufige linienhafte Biotoptypen im Gebirge bzw. in Hanglagen und wurden mit einer Gesamtlänge von 433 km kartiert. Die typische Felsvegetation ist meist spärlich und besteht aus Moosen, Flechten und Farnarten.   

 

Felsvegetation

Felsen werden oft nur von Kryptogamen besiedelt (Foto: A. Beck)

In den hohen Felswänden der Sächsischen Schweiz befinden sich Nistgebiete einiger charakteristischer Vogelarten wie Wanderfalke, Turmfalke, Kolkrabe und Uhu. Darüber hinaus ist der Gartenschläfer zu nennen, dessen Vorkommen eng an diese Felshabitate gebunden ist.

Gesetzlich geschützte Biotope nach §30BNatSchG einschließlich §21SächsNatSchG

Die Erfassung geschützter Biotope ist eine wichtige Aufgabe der Waldbiotopkartierung. Die Daten werden den Naturschutzbehörden zur Verfügung gestellt und bilden die Grundlage für Planungs- und Genehmigungsverfahren. Bauvorhaben oder andere Handlungen, die eine erhebliche Beeinträchtigung eines Biotops nach sich ziehen, bedürfen einer Genehmigung und die Schäden müssen ausgeglichen werden.

Biotoptyp Fläche [ha] Linie [km]
Wälder
Bruchwälder  935  11 
Moorwälder 558 0,4
Sumpfwälder 1010 12
Auwälder 2973 299
Schlucht-, Blockhalden- und Hangschuttwälder 922 18
höhlenreiche Altholzinseln 64 5
Gebüsche und naturnahe Wälder trockenwarmer Standorte 983 49
Gewässer 
Quellbereiche  38  118 
natürliche und naturnahe Bereiche fließender Binnengewässer einschließlich der Ufer und Überschwemmungsbereiche  489  2715 
Altarme fließender Gewässer  24  28 
natürliche und naturnahe Bereiche stehender Binnengewässer einschließlich der Verlandungsbereiche  827  89 
Offene Felsbildungen und Geröllhalden
offene Felsbildungen  1265  426 
offene natürliche Block-, Schutt- und Geröllhalden  55 
Serpentinitfelsfluren  0,3 
Gehölzfreie terrestrische und semiterrestrische Biotoptypen 
Moore  272 
Sümpfe  334  78 
Röhrichte  172  36 
seggen- und binsenreiche Nasswiesen  510  15 
Trocken- und Halbtrockenrasen 179 16
magere Frisch- und Bergwiesen 295 1
Borstgrasrasen 30 0,6
Wacholder-, Ginster- und Zwergstrauchheiden 1046 14
Schwermetallrasen 
Gesteins- und Rohbodenbiotope 
offene Binnendünen  46  0,3 
Löß- und Lehmwände  0,03  0,8 
Stollen früherer Bergwerke  0,5 
Steinrücken  24  39 
Hohlwege 
Trockenmauern  11  27 
Gehölzbestände außerhalb des Waldes 
Streuobstwiesen  52