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Rotwildprojekt - Projektstatus

Das Projekt ist in fünf Arbeitspakete (AP) gegliedert.

Stand: 12.07.2018

AP 1: Populationsökologie (Raum-Zeit-Verhalten / Populationsstruktur)

Raumnutzung und Populationsökologie: Raum-Zeit-Verhalten

Das Team der AG Wildtierforschung (Professur für Forstzoologie, TU Dresden) besendert seit Januar 2016 erfolgreich Rothirsche in allen vier Untersuchungsgebieten:

Säulendiagramm zum Stand der Besenderung

Die GPS-Halsbandsender liefern  rund um die Uhr umfangreiche Informationen zum Raum – Zeit – Verhalten der Tiere. So lässt sich beispielsweise ermitteln, in welchen Habitaten sich die Rothirsche zu welcher Tages- und Jahreszeit bevorzugt aufhalten. Diese Informationen lassen sich mit dem Auftreten von Störungen oder Wildschäden in Verbindung bringen.

Zusätzlich wurden jährlich im Frühjahr frisch gesetzte Rotwildkälber besenderter Alttiere mit VHF-Ohrmarkensendern ausgestattet, um das Raum – Zeit – Verhalten von Mutter- und Jungtier im Vergleich zu betrachten.

Raumnutzung und Populationsökologie: Populationsgröße und -struktur

Die Kenntnisse über die Größe und Struktur der lokalen Rotwildpopulationen in den vier Untersuchungsgebieten bilden eine entscheidende Grundlage für die Einschätzung, inwieweit populationsökologische Parameter und der Einfluss auf die Waldvegetation in einem kausalen Zusammenhang stehen. Dieser Zusammenhang wiederum ist die Grundlage für die Abschussplanung in den Verwaltungsjagdbezirken des Freistaates Sachsen.

Das Projektteam kombiniert für dieses Arbeitspaket mehrere Verfahren zur Schätzung der Populationsgröße, die sich gegenseitig ergänzen:

  • Distance Sampling: Zweimal jährlich werden in allen Projektgebieten definierte Transekte (Forstbetriebswege) beidseitig mit Wärmebildkameras abgeleuchtet und alle Wildkontakte (Wildart, Anzahl, Geschlecht, Entfernung) protokolliert. Mittels statistischer Modelle lassen sich Aussagen zur Populationsgröße und zum Geschlechterverhältnis machen.
  • Fotofallenmonitoring: Im halbjährlichen Wechsel werden in jeweils zwei Projektgebieten innerhalb eines definierten Rasters Fotofallen installiert. Aus den Erfassungsereignissen und der Identifikation einzelner Individuen lässt sich für einen definierten Zeitraum mittels Fang-Markierung-Wiederfang-Modellen eine Populationsgröße schätzen.
  • Frischkotgenotypisierung: Setzt ein Rothirsch seinen Kot ab, haften diesem Epithelzellen aus dem Darm des Tieres an. Eine DNA - Analyse bringt Geschlecht und genetischen Fingerabdruck ans Licht. Das Verfahren wird wegen des immensen Analyseaufwandes zunächst nur als Vergleichsverfahren im Projektgebiet Bärenfels durchgeführt. Die erste von zwei Sammlungen im Frühjahr 2017 erbrachte eine Ausbeute von 1.600 Proben. Die genetischen Untersuchungen ermöglichen neben einer Modellierung der Populationsgröße auch die Analyse von Verwandtschaftsbeziehungen.

AP 2: Analyse des Rotwildeinflusses auf die Waldvegetation

Erfassung von Schälschäden:

Indem es die Rinde junger Bäume schält, übt Rotwild einen entscheidenden Einfluss auf den Wald aus. Um diesen Einfluss präziser als bislang zu erfassen, wurden in allen vier Projektgebieten in einem 500m – Raster dauerhafte Boniturflächen markiert. Auf diesen mehr als 1.100 Einzelflächen erfassen Werkauftragnehmer jährlich im April und Mai die gleichen Bäume mittels einer mobilen App.

AP 3: Analyse der Lebensraumstruktur

Die Analyse der Lebensraumstruktur wird als zentraler Bestandteil des AP 3 des Kooperationsprojektes in Zuständigkeit des Kompetenzzentrums Wald und Forstwirtschaft bearbeitet. Die Bearbeitung dieses AP ist im Zuge der Datenauswertung der AP 1 und 2 für die Jahre 2018 und 2019 vorgesehen.

Als wesentlicher Bestandteil ist hierbei eine Analyse der Biotoptragfähigkeit beziehungsweise der Äsungskapazität der vier UG geplant (vgl. HOFMANN ET AL. 2008). Die Datenerhebung soll planmäßig in der Vegetationsperiode 2018 durchgeführt und mit Informationen aus dem Stichprobennetz der Bodenzustandserhebungen (BZE) untersetzt werden. Ziel ist es, Aussagen zum Einfluss des Wildbestandes auf die Bodenflora bzw. über die kapazitativen Rückkopplungen derselben auf den Wildbestand zu erhalten. Es kann davon ausgegangen werden, dass die differenzierten standörtlichen Voraussetzungen in den UG zu einer signifikant unterschiedlichen Tragfähigkeit des Winterlebensraumes Wald in Bezug auf die Populationsdichten des verbeißenden Schalenwildes, insbesondere des Rotwildes, führen. Hieraus ergeben sich weitere Informationsgrundlagen, um ein waldökosystemgerechtes Schalenwildmanagement etablieren zu können.

AP 4: Populationsregulation/Raumplanung/Lenkung

In allen Untersuchungsgebieten erfolgt im Projektzeitraum eine Intensive Begleitung der Jagdlichen Aktivitäten. Dies umfasst beispielsweise die Intensivtelemetrie während Ansitzdrückjagden und Gemeinschaftsansitzen, die Dokumentation jagdlicher Einrichtungen, die Auswertung von Streckendaten etc.

Mit Beginn des Jagdjahres 2018/19 wurde in den Untersuchungsgebieten Eibenstock (anteilig Forstbezirk Adorf), Neudorf und Bärenfels eine Jagdliche Raumplanung eingeführt. Ziel dieses bis 31. März 2022 angelegten Teilprojektes ist es, über eine räumliche Zonierung (Waldumbauzone mit Verdrängungsbereichen, Kernzonen) die Möglichkeiten einer räumlichen Lenkung des Rotwildes zu untersuchen, die sich im Wesentlichen aus einer zonenbezogen Variation des Jagddrucks (unterschiedlich lange Jagdintervalle wildartenübergreifend) sowie sonstiger Lock- und Verdrängungsfaktoren ergibt (Kirrjagd, Salzlecken, Ablenkfütterungen). Die Jagdliche Raumplanung wird über ein fortgeführtes Wildwirkungsmonitoring flankiert, um etwaige Änderungen beispielsweise in der Höhe und Verteilung von Schälschäden nachvollziehen zu können.

AP 5: Informations- und Wissenstransfer

Das Projektteam informiert regelmäßig über die Projekthomepage, über die jährlichen Statusberichte sowie über Informationsveranstaltungen zu Zielen und Zwischenergebnissen des Projektes.

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