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SN-CZ-Projekt "Revitalisierung von Mooren und Habitatmanagement für das Birkhuhn im Osterzgebirge – TetraoVit"

Logo des Projektes

Allgemeine Projektbeschreibung

Dieses grenzübergreifende Projekt fokussiert auf zwei wichtige Schutzobjekte, die über das Projektgebiet hinaus im gesamten Erzgebirge von hoher Bedeutung sind.

  1. Den Erhalt und die Revitalisierung der Moore
    Diese dienen der Bewahrung der Biodiversität, dem Reichtum und der Attraktivität der Landschaft, der Gewährleistung der natürlichen Ökosystemleistungen einschließlich Klimaschutz. Aufgrund der Vernetzung der grenznahen Moore sollen im Projektgebiet gemeinsame Analysen zum Revitalisierungspotential der entwässerten Moore unternommen werden. Darauf aufbauend sollen effektive Renaturierungsmaßnahmen geplant werden. Die grenzüberschreitende Abstimmung dient dem Wissenstransfer und der Absicherung von Akzeptanz und Effektivität. Exemplarisch werden gemeinsam Maßnahmen entlang des Grenzgrabens durchgeführt.
  2. Den Erhalt und die Entwicklung von Birkhuhnhabitaten
    Moore zählen neben den felsigen und blockreichen Kuppen zu den ursprünglichen Habitaten des Birkhuhns im Erzgebirge. Komplexe Ursachen, darunter auch Habitatverluste, die u.a. durch die Entwässerung von Mooren entstanden sind, führten zu einem starken Rückgang der Zahl der Individuen dieser Art. Um das Birkhuhn vor dem Aussterben zu bewahren, sind engagierte und grenzübergreifend koordinierte Schutzmaßnahmen nötig. Mit diesem Projekt soll die Zusammenarbeit der tschechischen und deutschen Projektpartner zum Schutz dieser Art intensiviert und auf ein neues Niveau gehoben werden. Unter anderem soll eine neue Methode der Birkhuhn-Habitatstrukturanalyse und –prognose gemeinsam entwickelt werden, die später über das Projektgebiet hinaus im Erzgebirge angewendet werden kann. Auf Basis dieser Habitatanalyse sollen konkrete Vorschläge zum Erhalt und zur Schaffung von Birkhuhnhabitaten im Projektgebiet – unter Einbeziehung von Mooren und darüber hinaus – abgeleitet werden.

Projektzeitraum: 01.01.2018 - 31.12.2020

Größe des Projektgebiets: 861 Hektar

geplante Projektergebnisse:
Die Ergebnisse umfassen eine Methodik für die Birkhuhn-Habitatstrukturanalyse und -prognose, die Planung von zwischen den Partnern abgestimmten habitatverbessernden Maßnahmen für das Birkhuhn im Gebiet, einen zwischen den Partnern abgestimmten Plan zur Regeneration der Moorbereiche im Gebiet, die pilothafte Umsetzung solcher Maßnahmen im Bereich des Grenzgrabens. Begleitend erfolgt Öffentlichkeitsarbeit in Form von Exkursionen, Veröffentlichungen und Workshops.

Projektförderung:
Das Projekt wird durch den europäischen Fond für regionale Entwicklung gefördert (Projektnummer 100323904).

 

Beitrag des Staatsbetriebes Sachsenforst als Projektpartner

Der Erhalt des Birkhuhns in waldgeprägten Mittelgebirgen ist eine Verpflichtung, aber auch eine Herausforderung. Die natürlichen Vorkommen des Birkhuhns dürften auf offene Moore und Moorwälder, auf lichte Waldbestände mit Heide und Beersträuchern im Bereich der felsigen und blockreichen Kuppen sowie auf durch Sturm und Borkenkäfer vorübergehend aufgelichtete Wälder beschränkt gewesen sein.

Zeitweilige größere offene Flächen, die das Birkhuhn z.B. während der Immissionsschäden in den 1980er Jahren besiedelte oder die durch Sturmschäden hin und wieder entstehen, sind in ihrer Habitateignung stets durch die natürliche Dynamik des Waldes bedroht. Die meisten Waldschadensflächen wurden außerdem seit den 1980er Jahren durch Aufforstungen mit Nadelbäumen wieder geschlossen.

Ziel des Projektes ist es daher, ein Verfahren zu entwickeln , das die (semi-) automatisierte Erfassung der Parametern ermöglicht, die für die Beurteilung und Prognose der Eignung von Waldflächen als Birkhuhnhabitate maßgeblich sind (Baumart, Baumhöhe, Deckungsgrad der Bäume, Klassifikation der Bodenvegetation). Dies soll unter Nutzung von verfügbaren Fernerkundungsdaten (Luftbildern, hochauflösenden Satellitendaten, Digitalen Geländemodellen) erfolgen.

Einzelheiten des Verfahrens sind hier beschrieben:

Anschließend erfolgen eine naturschutzfachliche Interpretation der Ergebnisse sowie die Herleitung konkreter Empfehlungen für das Habitatmanagement durch die Projektpartner und in Absprache mit allen Projektpartnern. Mit diesem Planungswerkzeug soll dann eine effektives und nachhaltiges Artenschutzmanagement möglich sein, das auch über das Projektgebiet hinaus angewendet werden kann.

Veranstaltungshinweise

Derzeit sind keine Veranstaltungen geplant.